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GfK mit dem inneren Kind

 

Das innere Kind in uns – ist ein Symbol, ein Bild, mit dem wir mit dem Wissen unseres Unterbewusstseins in Kontakt treten könnnen. In unserem Unterbewusstsein sind all unsere Erlebnisse gespeichert. Wir wurden geboren, kamen in eine Familie. Jedes Kind versucht sich zurecht zu finden in der Familie, in die es hineingeboren wurde. Je nach dem, wie die Umstände der Familie sind, können die Bedürfnisse des Kindes - mehr, oder weniger  erfüllt werden. Wenn Kinder Erfahrungen machen, die sehr schmerzlich sind, verarbeiten sie diese auf unterschiedliche Art und Weise.

Sie können seelische Verletzungen hinterlassen, die in das Erwachsenen- Leben hinein wirken.

Eine Art von Schutzreaktion: Gefühle verdrängen

Wenn Kinder Dinge erleben, oder immer wieder erleben, die starke unangenehme Gefühle auslösen, so ist eine Schutzreaktion, diese zunächst zu verdrängen. Die Gefühle sind zu stark, als das das Kind sie in vollem Umfang ertragen könnte. Sie werden im Unterbewusstsein zunächst gespeichert.

Im Erwachsenen Leben kommen diese verdrängten Gefühle immer wieder zum Vorschein und zwar dann, wenn die Situation irgendwie der damaligen Situtation des Kindes, die den Schmerz auslöste, ähnelt.

Wir sagen dann zum Beispiel, jemand ist getriggert. Durch einen bestimmten Auslöser, das kann auch eine Kleinigkeit sein, werden starke Gefühle ausgelöst. Die Gefühle passen nicht zu der aktuellen Situation, sie sind sehr heftig. Durch die Ähnlichkeit mit der Situation in der das Kind steckte, werden die verdrängten Gefühle ausgelöst.

Eine weitere Schutzreaktion: Schutzmuster

Eine weitere Möglichkeit die Kinder haben, sich an schwierige Bedingungen anzupassen, ist die Entwicklung von Schutzmustern. D.h. sie lernen durch ausprobieren, welche Verhaltensweisen am wenigsten Schmerz für sie selbst (also z.B. wenig negative Reaktionen bei den Bezugsperson) hervorruft. Diese Verhaltensweisen werden dann regelmäßig angewandt, verselbstständigen sich als Schutzmuster. Dadurch braucht das Kind nicht immer wieder darüber nachzudenken, wie verhalte ich mich jetzt, sondern hat sozusagen eigene Anleitungen, die größtmöglichen Schutz bieten sollen, verinnerlicht.

Im späteren Erwachsenen Leben, werden die Muster weiter angewendet, meist unbewußt. Sie behindern dadurch das Leben im Alltag, denn die Muster passen nicht mehr. Die Situationen und der Mensch haben sich verändert. Diese Muster laufen sozusagen nach einer unbewußten Anleitung ab. D.h. der erwachsene Mensch kann sie nicht voll kontrollieren, sondern setzt sie automatisch ein. Zwar angepasst auf die aktuelle Situation, aber mit immer ähnlichem Ablaufplan.

Das kann sich auf wiederkehrende Situationen beziehen, und es können sich daraus auch feste  Bestandteile der Pernönlickkeit entwickeln.

Z.B. Kritik: Ein Kind wurde von einem Elternteil sehr häufig stark kritisiert, es wurde dadurch in der Entwicklung seines Selbstbewustseins eingeschränkt. Um sich vor den heftigen Kritik Attaken zu schützen, vermied das Kind sich festzulegen und wenn negative Bewertungen aufkamen, verließ es den Raum. Im Erwachsenen-Leben, hatte dieselbe Person selten eine feste Meinung und zog sich zurück, wenn sie kritisiert wurde. Im Berufsleben, war es für sie schwierig eine angesehene Position zu erlangen, weil der eigene Standpunkt und auch das Selbstbewustsein fehlte. In der Partnerschaft gab es regelmäßig Probleme bei Meinungsverschiedenheiten, weil die Person nicht bereit war, sich auseinander zu setzten.

 

 

Hier zunächst ein Artikel, den ich für die Zeitschirft Empathikon schrieb, er wurde veröffentlicht in der Ausgabe 4/2016

 

Konflikte in der Partnerschaft mit starken und unangemessenen Gefühlen, ein persönliches Beispiel

GfK mit dem inneren Kind

2009 begegnete mir die Gewaltfreie Kommunikation, und ich war gleich total begeistert las ein Buch nach dem anderen und besuchte erste Fortbildungen. Natürlich wollte ich das Gelernte direkt umsetzen und was liegt näher, als es mit den Menschen mit denen man jeden Tag zu tun hat zu beginnen. Sprich mein Ehemann. Ich war gerade seit einem Jahr verheiratet, nachdem ich 16 Jahre als Single und Alleinerziehende gelebt hatte.

D. H. die Ehe und überhaupt die Partnerschaft war für mich eine sehr ungewohnte Lebensform. Entsprechend viele Konflikte gab es, nachdem die Phase der ersten Verliebtheit vorbei war. Bei kleinen Dingen kam es vor, dass es funktionierte. Die 4 Schritte, erst innerlich, dann Einfühlung geben, sich selbst mitteilen u.s.w. Daran erinnere ich mich heute noch im Detail – so wichtig waren diese kleinen Schritte für mich.

Und es gab immer wieder größere Konflikte, da funktionierte gar nichts. Die Gefühle waren so stark, dass ich es nicht hinkriegte, bewusster damit umzugehen. Der Auslöser konnten zunächst kleine Dinge sein. Wir stritten manchmal über Tage, zum Glück ist mein Mann eher jemand, der keine Eskalation verursacht. Er nimmt Abstand um sich zu schützen und innerlich wieder zur Ruhe zu kommen. Und genau das, konnte ich zum Beispiel überhaupt nicht aushalten. Meine Reaktionen waren oft unangemessen. Irgendwann habe ich es dann in so einem Moment geschafft, innezuhalten und bei mir zu bleiben. In mein Bett zu gehen und mich mir selber zuzuwenden. Meinen Körper zu spüren – den Schmerz zuzulassen, der da war.

Ich habe dabei herausgefunden, dass meine unangemessenen Reaktionen viel mit meiner Vergangenheit zu tun haben. Manche Auslöser erinnern mich unbewusst an frühere Situationen, die starken Gefühle, die dann auftauchen sind noch aus dieser Zeit gespeichert. Sie kommen dann hoch, sind stark – um dieses Fühlen zu vermeiden, gibt es viele Strategien. Z.B. wütend auf den Partner zu sein, das ist wie ein Blitzableiter, man lässt den Schmerz direkt raus, leitet ihn weiter. So wird er nicht zu stark. Hinter der Wut kann sich der Schmerz verstecken.

Zurück zu meinem Mann. Er nimmt Abstand und ich kann genau das nicht aushalten. Liege in meinem Bett und fühle diesen Schmerz in meinem Körper, jeder Schmerz hat seine eigene Entsprechungsform im Körper. Ich versuche das anzunehmen, er darf da sein, kommt in Wellen oft verbunden auch mit Gedanken – ich lasse ihn eher noch größer werden und entspanne dabei die entsprechenden Körperstellen mit meinem Atem. (Hier gibt es für mich eine Parallele zur Achtsamkeitspraxis.)  Wenn das gelingt, macht sich Entspannung breit. Auch gedanklich gebe ich mir Einfühlung. Was ist passiert, was fühle und brauche ich. Dabei ist mir aufgefallen, dass Einfühlung für die aktuelle Situation mir bei unangemessenen Gefühlen oft nicht weiter hilft.

Bei dem Versuch mit früheren Situationen, kam gleich Entspannung in meinem Körper. Also ging ich dazu über, bei unangemessen starken Gefühlen mir Einfühlung für die früheren Situationen zu geben. Als Form wählte ich das Zwiegespräch mit meinem inneren Kind. Zunächst geht es über das Gefühl, ich frage mein inneres Kind, wie es sich fühlt. Dann versuche ich herauszubekommen, um welche Situation es sich handelt,  meist hat sie mehrere Parallelen zu der aktuellen Konflikt Situation.

Um bei dem Beispiel zu bleiben – wenn mein Mann Abstand nimmt, kommt mein inneres Kind regelmäßig in Panik, weil sie (ich meine) ihre Mutter mit 9  Jahren verloren hat. Angst, eine nahe geliebte Person zu verlieren. Die gleichen Bedürfnisse sind im Mangel – die Verbindung ist weg. Zwar nur in diesem Moment, aber das kann mein inneres Kind nicht unterscheiden. Da ist noch ein großer Schmerz, der verdrängt war. Den lasse ich zu. Jedes Mal wenn diese Situation da ist, dadurch ist das, was verdrängt war weniger geworden.

 

 

 

 

 

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